©Stephan
Fuchs
journalismus – nachrichten von heute
27-04-2005
Eine
Reise mit Gilbert Paeffgen führt zu Klang-Erlebnissen die überraschen. Seit
Jahren schon mischt der deutschstämmige und in Bern lebende Schlagzeuger und
Hackbrettspieler Gilbert Paeffgen
in den oberen Rängen der Schweizer Jazz-Szene mit und was dabei entsteht heisst
mitunter „Neue Volksmusik“.
Das international bekannte Trio, welches sich vor allem auch mit der viel
beachteten CD „Sketches From Europe“ hervortat, gibt
Einblicke in verschiedene Genres akustischer Welten. Mit dem Bassisten Urban Lienert vermischt Paeffgen Jazz, keltische Musik und
Sequenzen aus Bass- 'n'- Drum turnarounds dezent mit
impulsivem Schlagzeug, Jungle und Ambient Sounds, und
darüber biegen und winden sich die Melodielinien des Klaviers zu einem
geschmackssicheren und unverwechselbaren Trio Sound.
Paeffgen Trio eben. Ohne Zweifel, Paeffgen ist eine kreative innovative
Musikerpersönlichkeit, der heute zu den Exportartikeln der Schweizer Jazz Szene
gehört. Spannend an seinem Trio und seiner Arbeit ist, dass er ein uraltes
Instrument einer jungen Generation wieder nahe bringt. Mit dem
Engelsinstrument, dem Hackbrett, lässt
er Klänge erklingen, die sich vorzüglich in sein musikalisches arbeiten mit dem
Trio einfügen. Nun hat er mit dem ursprünglich aus dem persisch
– indischen Raum stammende Hackbrett eine weitere CD produziert. Joran.
Joran ist gewöhnungsbedürftig. Der Klang des
Instruments ist windig, ist sicher vielen noch unbekannt und wird vielfach
skeptisch belächelt, allen voran es stark mit der Appenzeller Länder
Musik assoziiert wird. Jene Musik übrigens ist auch nicht zu unterschätzen und
hat durchaus seinen Reiz. Gilbert Paeffgen indes, spielt auf Joran keinen Appenzeller schottisch, er zeigt die
geschlagenen Engel in einem neuen Kleid. Treibend, groovig,
tanzbar.
Aber nicht nur: Er zeigt sein Instrument auch von einer verklärten und
subtileren Seite. Und so ist Joran zum verweilen, zum
hören, zum träumen. Die neue CD ist nicht vergleichbar mit seinem Trio Sound,
er spielt nicht den Jazz. Viel Raum lassend und viel klingend, das Hackbrett
ist keine einfache Geliebte, zeigt sich Paeffgen von einer anderen, spannenden
Seite, zum Teil durch Gesang und Bass ergänzt. Paeffgen und andere Musiker am
Hackbrett tragen im Moment eine Menge zur Wiederbelebung und Bereicherung
unseres Kulturgutes bei, wurden die Trapez Engel aus dem frühen Persien doch
beinahe vergessen und feiern heute Renaissance.
GILBERT PAEFFGEN - Joran - 2005 / Vertrieb: "Karbon"
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