Projekt Paradies

 

Die Abgesandte war schön. Wunderschön. Aber eigentlich war eben das kein Wunder, wenn man ihre Herkunft bedachte. Er selber war auch nicht von schlechten Eltern, nur in mieser Gesellschaft gewesen die letzten Jahre. Aber sie überstrahlte alles, das lange goldblonde Haar, die leuchtendblauen Augen, die grazile Figur. Sie wirkte zerbrechlich, schutzlos seiner Macht ausgeliefert. Und schließlich war sie zu ihm gekommen, nachdem ihr Chef eingesehen hatte, dass ihm nach jahrelangem Aufenthalt in der Finsternis kaum zuzumuten war, in die lichtüberstrahlten Regionen aufzusteigen. Ha, sie waren drauf reingefallen. Natürlich wäre es ein leichtes gewesen nach oben zu kommen, aber sollten sie sich nur überlegen fühlen.

Um so williger gingen sie ihm in die Falle.

Und nun hatten sie diesen Engel geschickt, der den Statthalter des großen Obermotzes vor kurzem abgelöst hatte. Eine richtige kleine Palastrevolution war das gewesen, die Dame hatte wohl doch mehr Biss, als man ihr auf den ersten Blick ansah. Aber das mochte er, jede Art von winseliger Schleimerei war ihm zuwider.

Nun wohl, es würde nicht leicht werden, aber er hatte das endlose Gezänk mehr als satt. Heute wurde entschieden, wer die besseren Argumente ins Feld führen konnte und dann war endgültig Schluss mit diesem unseligen Experiment, das schon viel zu lange andauerte und sich eigentlich nur noch wiederholte.

“Willkommen, Gabriele”, sagte er und wies auf den einfachen Tisch und die zwei Stühle, die isoliert mitten im Raum standen. “Etwas Nektar und Ambrosia?”

Sie neigte den Kopf und nahm ohne weiteres Platz, griff nach dem Glas, kostete, nahm einen langen Zug.

“Donnerwetter, das ist ja wirklich Nektar. Wie sind Sie da rangekommen?”

“Geschäftsgeheimnis.”

Er strahlte sie an und nahm ebenfalls Platz, legte die Hände offen auf den Tisch.

“Also, wo waren wir stehen geblieben?”

Ihr Gesicht wurde glatt.

“Wir hatten uns dahingehend geeinigt, dass die biologische Entwicklung auf EDEN III im Großen und Ganzen als Erfolg gewertet werden kann. Kosmische Ereignisse und daraus resultierende Klimaschwankungen haben zwar zu nicht vorhersehbaren Änderungen in der Struktur der Biosphäre geführt, diese wurden aber überstanden. In seiner Gesamtheit kann man sagen, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt vor etwa zwanzigtausend Jahren der Planet dem Zustand des Paradieses ziemlich nahe gekommen ist.

“So nahe, wie er ihm nie wieder kommen wird.”

“Das ist Ihre Ansicht.”

“Hm.”

Er zauberte eine eckige, braune Flasche auf den Tisch und neigte sie fragend in ihre Richtung. Sie schüttelte abwehrend den Kopf und so füllte er nur ein einziges Glas und trank es sofort leer. “Das ist also unser Knackpunkt.”

Sie nickte kurz.

“Sie behaupten, die, ich zitiere:“ massenhafte Vermehrung dieser Primatenart, die sich vernunftbegabt nennt”, würde den Planeten zugrunde richten?”

“Das Paradies”, verbesserte er lächelnd.

“Meinetwegen.” Sie kreuzte die Arme vor der Brust. “Ich erwarte Ihre Beweisführung.”

“Ich hasse diesen Ton”, sagte er resignierend. “Machen wir doch zur Abwechslung mal was anderes.”

Sie runzelte die Stirn. “Und was?”

“Ich werde einfach meinen Vortrag halten. Und wann immer Sie wollen, unterbrechen Sie mich und stellen Fragen, die ich beantworten werde.”

Er breitete die Arme aus. “So entsteht ´ne Diskussion.”

“Aha.”

“Also?”

“Beginnen Sie.”

Oh, Mann. “Okay.”

Er lehnte sich zurück und sah kurz zur Decke hinauf.

“Mit der Entstehung der Spezies des Homo sapiens, des so genannten Jetztmenschen, begann in der biologischen Entwicklung der Erde eine neue, äußerst gefährliche Phase. Bisher hatten alle Lebensformen, wie stark und zahlreich sie auch immer gewesen sein mochten, eine wichtige Grenze niemals überschritten. Sie hatten nie wissentlich die Bedingungen geändert, denen sie unterworfen waren, sie haben im Gegenteil sich selbst an die Bedingungen angepasst, die die Natur ihnen stellte.”

“Um den Preis des eigenen Überlebens.”

“Richtig.” Er nickte ihr zu. “Das ist die Siegesprämie, das Überleben der eigenen Art. Massenhafte Vermehrung führte immer zu einer derart rasanten Veränderung der Umweltbedingungen, dass sich die Spezies nicht mehr schnell genug anpassen konnte, was zu ihrer Vernichtung führte. Denken Sie nur an die Millionen von Grasfressern, die schlichtweg verhungerten, als ihre Weidegründe nicht mehr ausreichten oder an die riesigen Schwärme von Einzellern, die sich, begünstigt durch extreme Klimaschwankungen, derart vermehrten, dass sie sämtlichen Sauerstoff ihres Lebensraumes verbrauchten und sich damit praktisch selbst ausrotteten.” Er griff nach der Flasche.

Gabriele blieb unbeeindruckt.

“All das ist Bestandteil des globalen biologischen Systems, ein so genanntes natürliches Gleichgewicht”, sagte sie. “Durch Nahrungsmangel und Konkurrenzverhalten der Spezies untereinander werden Wanderbewegungen ausgelöst, neue Lebensräume erschlossen, neue Spezies gebildet. Je facettenreicher dieses System ist, desto stabiler ist es auch.”

“Nicht in jedem Falle, behaupte ich. Es gibt heute auf EDEN III viele Arten von Lebewesen, deren Spezialisierung derart fortgeschritten ist, dass sie nur noch an ganz bestimmten Orten des Planeten unter sehr begrenzten Bedingungen überleben können. Wenn sich diese Bedingungen auch nur geringfügig ändern, ist es aus mit ihnen.”

Sie zuckte die Schultern.

“Das ist nebensächlich. Wo gehobelt wird, fallen Späne.”

Ein eiskaltes Luder, stellte er bewundernd fest. Fast tat ihm ihre bevorstehende Niederlage leid.

“Wieder richtig”, sagte er und prostete ihr zu. “Solange das nur eine oder wenige Arten betraf, ist der Effekt nebensächlich, in seiner Gesamtheit sogar positiv zu bewerten, hinsichtlich der frei werdenden Ressourcen an Nahrung und Lebensraum für die Erhaltung und Ausbreitung anderer Arten...”

“Die vielleicht ebenfalls scheitern”. Eigentlich ein ganz hübscher Typ, dachte sie, mit seinen schwarzen Locken und der Adlernase. Nur schade, dass er so viel soff.

“Wie auch immer”, fuhr er fort, “der Schaden hielt sich in Grenzen, der Tod der einen war immer das Leben für die anderen. Nun aber ist etwas eingetreten, das alles auf den Kopf stellt. Das Bewusstsein wurde entwickelt und zwar ausgerechnet von einer Primatenart, die eigentlich gar nicht dafür vorgesehen war.”

Sie bewegte sich. Schlug die Beine übereinander.

“Sie meinen die Menschen?”

“Jaah”, sagte er gedehnt und bewunderte ungeniert ihre schlanken Schenkel, die von dem weißen Tüll kaum verdeckt wurden. Seine Rede geriet allerdings keine Sekunde ins Stocken

“Von ihrem Ursprung her sind die Menschen eine recht unbeholfene Art von Leben, nicht besonders wehrhaft, kaum mobil, abhängig von einem, zumindest verglichen mit anderen Spezies, lächerlich eng gesteckten Temperaturrahmen, auch nicht sehr effektiv in der Art ihrer Reproduktion. Biologischer Abfall, sollte man meinen. Nur gut als Futter für andere.”

“Schwach also.”

“Genau.”

“Aber durch das Bewusstsein erkannte der Mensch seine Umwelt, erkannte ihre Schwächen und lernte, sie sich zunutze zu machen. Um seine Erfahrungen weiterzugeben, entwickelte er die Sprache, und sich selbst und seine Unterlegenheit erkennend, erfand er Werkzeuge, statt darauf zu warten, dass ihm die Evolution zum Beispiel lange Krallen oder einen Panzer schenkte. Dadurch sicherte er sein Überleben. Was ist daran schlecht?”

Er lächelte düster. “Die Zeit, meine Liebe. Die Zeit.”

“Was meinen Sie damit?”

“Neben der biologischen begann sich eine andere Art der Entwicklung zu etablieren, der Mensch bildete eine Gesellschaft. Und diese entfaltete sich in einem derart rasanten Tempo, dass das biologische Fortschreiten sämtlicher höheren Lebewesen dieses Planeten dem gegenüber praktisch zum Stillstand kam. Dauerte es von der ersten Horde bis zum ersten Dorf noch Jahrhunderttausende, stand die erste Stadt bereits nach einigen zehntausend Jahren. Stadtstaaten gründeten sich, Staaten gar, Allianzen wurden gebildet, die Zahl der Menschen explodierte förmlich und damit auch die Größe der Veränderungen, die sie in ihrer Umwelt verursachten.”

“Und Sie meinen, das ist ihr Untergang.”

“Wenn es nur das wäre, würde es mich nicht kratzen”, winkte er ab. “Aber sie vernichten nicht nur sich, sondern so gut wie alles um sich herum; alles was sich in Jahrmilliarden entwickelt hat, stampfen sie rücksichtslos in den Boden, nur um ihre eigene jämmerliche Existenz zu sichern.”

“Sie wollen nur überleben. Wie alles Leben.”

“Aber doch nicht so!”

Verdammt noch mal. Dieses Weib ließ ihn sich hier abstrampeln und tat so, als ob sie alle Trümpfe in Händen hätte. Na warte, Schätzchen.

“Sie passen sich nicht ihrer Umgebung an, sie passen ihre Umgebung ihren eigenen Bedürfnissen an, und mal abgesehen davon, dass diese ständig wachsen, haben sie selber keine Ahnung, was sie eigentlich wollen.”

Sie lächelte honigsüß.

“Das Paradies.”

“Ach, Quatsch.”

Er rieb sich die Stirn. “Das ist doch ein relativer Begriff. Für einen Kartoffelkäfer ist das Paradies eine Kartoffelpflanze und für die wiederum ist es eine brühheiße Stickstoffatmosphäre mit Sonne am Morgen und Regen am Abend. Um ein menschliches Paradies auf diesem kleinen Planeten zu errichten, sind es schon viel zu viele.”

Sie war nachdenklich geworden.

“Das Handeln der Menschen ist oft irrational“, meinte sie. „Andererseits sind sie immer noch in sehr hohem Maße von ihrer Umwelt abhängig, weit mehr, als ihnen selbst bewusst ist. Trotz ihrer zehntausend Jahre gesellschaftlicher Entwicklung sind sie immer noch nicht viel mehr als Tiere, auch wenn sie ihren Namen kennen.”

Jetzt hab ich dich! Er nickte anerkennend.

“Allerdings ist ihr Potential bereits beeindruckend”, sagte er. “Sie werden nicht untergehen. Sie werden ihre Umwelt total zerstören, möglicherweise sogar den Planeten, so wie er jetzt ist, aber sie werden überleben. Zwar unter katastrophalen Bedingungen und deutlich dezimiert, aber überleben werden sie.”

“Was macht Sie da so sicher?” Sie lehnte sich zurück und sah ungeduldig aus.

Nanu, meine Schöne? Schon im Aufbruch begriffen?

“Wenn wir nach unseren Erfahrungen aus EDEN I und II zugrunde legen, dass die gesellschaftliche Entwicklung einer Spezies, wenn sie denn eine beginnt, de facto den gleichen Gesetzen unterliegt wie die biologische Entwicklung, dann wird es so kommen. Sie versuchen schon jetzt, die Hauptursache des Elends, nämlich die Überbevölkerung, in den Griff zu bekommen, aber aus eigener Kraft ist ihnen das letztlich unmöglich. Es widerspräche ihren Urinstinkten. Hier werden sie von den Naturgesetzen überrollt. Somit ist die Anpassung das Einzige was ihnen noch bleibt.”

Jetzt hatte er wieder ihre Aufmerksamkeit.

“Also Rückentwicklung? Wie kommen Sie darauf?”

Seine Kehle war trocken, er verwandelte den Whisky in Mineralwasser und stürzte das ganze Glas hinunter. Der Knall, mit dem er es abstellte, hatte etwas Endgültiges.

“Auf dem gesamten Planeten sind sämtliche Entwicklungsformen der menschlichen Gesellschaft vertreten, ein einziges Freiluftmuseum, man muss nur genau hinsehen. Mal abgesehen von der Verbreitung der Technik, lebt die Masse der Menschen, was ihre geistige Entwicklung und ihren Bildungsstand angeht, im siebzehnten Jahrhundert. Einige leben im neunzehnten, wenige im zwanzigsten, einige sehr wenige im einundzwanzigsten Jahrhundert, um es in ihrer Zeitrechnung auszudrücken. Es gibt auf der Erde Gruppen von Urgemeinschaften, Sklavenhalterstaaten, weite Gebiete, in denen Feudalismus und Urkapitalismus herrschen. Der so genannte Sozialismus war nichts weiter als eine besonders schlaue Ausrede einer besonders dummen Art von Gangstern. Wenn man sich genau umschaut, stellt man fest, dass sich die Eigenschaften der Menschen bereits zu verändern beginnen, eine unmittelbare Folge der Überbevölkerung. Kriege werden nicht mehr nur von Herrschern angezettelt, mit dem Ziel, die vorhandenen Ressourcen anders zu verteilen, sondern weltweit gehen sich ganze Völker an die Kehle, weil sie sich zu nahe auf der Pelle hocken und nichts mehr zu fressen haben. Aus Dummheit resultierender religiöser Wahn, Rassenhass, Gebietsansprüche und so weiter sind nichts anderes als Symptome ein und derselben Krankheit. Nichts mehr zu spüren von einer arteigenen Tötungshemmung. Sie rotten die Schwachen aus, um Platz zu schaffen, durch Hungersnöte, mangelnde Hygiene, durch Krankheiten, mit blanken Macheten und mit Maschinenwaffen. Die meisten von ihnen können schon längst nicht mehr in freier Natur überleben, zunehmend entfremden sie sich der gesamten Umwelt, hocken in ihren Betonburgen und erfinden immer neue und raffiniertere Dinge, um ihre Höhlen nicht mehr verlassen zu müssen. Es gibt sogar schon Menschen, die Angst haben, in einem freien Gewässer zu schwimmen, die geringste Temperaturschwankungen nicht mehr kompensieren können und die alle möglichen Pharmazeutika schlucken, um nicht zusammenzuklappen. Sie haben Solarien, Fitness-Studios, Video und Computerspiele, so als ob sie wüssten, dass sie eines Tages unter der Erde dahinvegetieren werden. Und wenn sie mit ihrer Anpassung fertig sind, werden sie so degeneriert sein, dass sie die Natur, die sie einst geschaffen hat, gar nicht mehr vermissen. Das nenne ich nicht unbedingt ein positives Ergebnis.”

“Ist das ihr Szenario?”

“Ja.”

“Und wie soll das konkret ablaufen?”

“Was meinen Sie?”

“Den Untergang.”

War das schon der Sieg?

“Ach so.” Er tat, als überlege er. “Nun, da gibt es verschiedene Möglichkeiten”, meinte er dann. “Die große atomare Vernichtung ist wohl unwahrscheinlich geworden, ganz ausschließen kann man sie natürlich nicht, aber die Waffensysteme sind doch um einiges präziser und steuerbarer als noch vor einigen Jahren. Ich persönlich favorisiere eine Reihe von über Jahrzehnte verteilten Umweltkatastrophen, die entscheidende Ressourcen vernichten, sowie eine schleichende Vergiftung weiter Landstriche und großer Teile der Bevölkerung. Irgendwann, vielleicht während eines besonders heißen Sommers, wird die Natur umkippen und sich von einem Lebensspender in einen Killer verwandeln. Der Kampf um die letzten Reserven wird mit unglaublicher Brutalität geführt werden und den Untergang nur noch beschleunigen. Ein paar reiche Gemeinschaften werden es sich leisten können, kostspielige Rettungsprogramme zu starten, am Ende wird es darauf hinauslaufen, wer sich zuerst und am sichersten vor dem Rest der zum Untergang Verurteilten abschotten kann.”

“Sie meinen, das gesamte Leben...?”

“Oh, nein, nein, nein.” Er wehrte ab. “Überall da, wo Menschen atmen und in die Gegend scheißen, wird es Leben geben, in vielerlei Form. Manches werden sie sogar mitnehmen, weil sie es hübsch finden.” Er lachte meckernd. “Außerdem gibt es eine Reihe von Lebensformen, die weitaus zäher sind als das Homo sapiens. Ihnen wird die Zukunft gehören.”

Sie seufzte.

“Aber es werden nicht viele sein.”

“Wahrscheinlich.”

“Kein Paradies.”

Er genoss diese Sekunde. “Nein”.

Sie gab noch nicht auf.

“Die Schöpfung hat eine ungeheure Kraft”, sagte sie. “Die Natur wird sich regenerieren.”

“Sicher, natürlich, klar wird sie das”, bestätigte er mit leichter Geste.

“Es wird einige Jahrmillionen dauern und mit Sicherheit wird das Ergebnis des Neustarts einige Ähnlichkeit mit dem ursprünglichen Paradies aufweisen. Es ist auch kaum anzunehmen, dass die Menschheit die Regenerationsphase überlebt. Wenn doch, dann vielleicht als Bande blinder Maulwürfe, die lieber gleich unten bleiben.” Er griente.

Sie war ungehalten. “Sie sollten nicht darüber spotten.”

Ein Sieger kann großmütig sein.

“Sie haben recht”, sagte er gönnerhaft. “Aber seien Sie versichert, wenn die Menschen überleben sollten, wenn sie jemals wieder eine Schlüsselrolle spielen dürfen, wird es den gleichen Ärger geben. Das sind keine Lemminge, die beim Überhandnehmen ihrer Population schnurstracks über die nächste Klippe rennen. Das sind Fighter. Und zwar von der miesen Sorte. Wenn die wieder ans Ruder kommen, wird alles von vorn beginnen, die Entwicklung, das Siechtum und die Apokalypse.”

Sie sah ihn an. “Sie scheinen sie ja gut zu kennen. Woher wussten Sie eigentlich, dass diese Primaten gar nicht für eine höhere Entwicklung vorgesehen waren?”

“Och...” Er winkte ab. “Ich hab noch immer ein paar alte Quellen. Welche Spezies sollte denn ursprünglich gefördert werden?”

“Die Delphine”, sagte sie leise.

“Ah, Ihr altes Projekt. Ist das nun endgültig gestorben?”

Sie schwieg und er setzte sofort nach.

“Wir brechen Paradies III also ab?”

Sie erhob sich und wirkte müde. “Ich werde meine Empfehlungen dahingehend weiterleiten”, sagte sie. “Als Leiter der Abteilung Negativ-Recherche obliegt Ihnen die Abschlussbehandlung. Sie werden die weitere Entwicklung beaufsichtigen und uns dann Bericht erstatten wie üblich.”

“Oki-doki.” Er unterdrückte ein Grinsen. Das würde ein Spaß werden.

“Und grüßen Sie den Alten von mir.”

Sie erhob sich und wandte sich zum gehen, hielt aber noch einmal inne.

“Werden Sie nicht zu übermütig, Luzifer. Sie sind schon einmal gefallen.”

Der Teufel lachte und eine Flasche Champagner erschien auf dem Tisch. “Manchmal denke ich, es war ganz gut so”, meinte er. “Wir sehen uns dann.” Er hob sein Glas.

“Auf Paradies IV.”