Die Fibel der Diebe

 

Ein Lehraufsatz in neun Kapiteln. 

           

Klärendes Vorwort:

 

Damit wir uns gleich einig sind: STEHLEN IST SCHLECHT!

 

Nichtsdestoweniger ist die Klauerei ein allgegenwärtiges Phänomen geworden und hat sämtliche Teile der Bevölkerung erfasst. Die Gründe dafür sind sicher mannigfaltiger Natur, sei es, dass die Oberschicht früher ihre Dienstboten zum Einkaufen schickte

(denen sie heute nicht mehr traut), sei es, dass die Strafen drakonischer waren oder die öffentliche Meinung den erwischten Missetäter moralisch schärfer verurteilte als zu heutigen Zeiten, in denen die Notwendigkeit des unbedingt nötigen Individualitätsbeweises sämtliche Mittel heiligt.

Wahrscheinlicher ist unserer bescheidenen Meinung nach eine gewisse Gewöhnung an moralische Missstände durch unsere allmächtige Informationsgesellschaft, vor deren Neugier einfach nichts mehr sicher ist. Denn selbstverständlich hatten auch in der guten alten Zeit die hohen Herrschaften ihre charmanten Gedächtnislücken beim Bezahlen und der Comtesse von Nasehoch ist doch tatsächlich wieder (hahahaha) beim letzten Dinner des Duke of Moneymore ein entzückendes Silberlöffelchen in die verschnürte Busenbordüre gerutscht.

Derlei Sachen passierten immer und natürlich auch heute, nur ist das mit der Geheimhaltung nicht mehr ganz so perfekt zu machen. Die Nachrichten sind einfach zu schnell geworden und die Macht zu weit verteilt. Heutzutage werden alle Sorten Mensch erwischt, Landtagsabgeordnete und Hausfrauen, Sozialhilfeempfänger und Unternehmer (diese weniger im Supermarkt als an der Börse, vielleicht weil sie kaum Zeit zum Einkaufen haben?), Schüler und Professoren, Penner und Pensionäre. (Solange man sie noch unterscheiden kann.)

Die Tatsache, dass auch Leute stehlen, die eigentlich nur das Kleingeld aus der Tasche zu ziehen brauchten, legt den Verdacht nahe, dass es sich beim Klauen um eine Art Urinstinkt handelt, dem zu widerstehen sämtliche Geisteskräfte erfordert, über deren Vorhandensein oder momentane Verfügbarkeit man getrost geteilter Meinung sein kann.

 

Tatsächlich waren hunderte Generationen unserer verehrten Urväter und - mütter einmal fleißige Jäger und Sammler, die nach der Methode - man sucht, was man braucht, man nimmt, wo man´s findet - immerhin so erfolgreich vorgingen, dass sie Jahrtausende später das Universalsammelobjekt Geld erfinden konnten. Bei heutigen Dreijährigen (hier sind Kinder gemeint) kann man diesen Urinstinkt noch in seiner reinsten Form beobachten, ein Kleinkind greift nach dem, was ihm gefällt und hält das in der Regel auch fest. Nur am Rande sei bemerkt, dass dieser Umstand zur Errichtung so genannter Grapschregale mit Quengelware in der Nähe von Supermarktkassen geführt hat. Die solcherart erzielten Umsatzmillionen würden genügen, um sämtlichen Politikern des Landes einen sechstägigen Ehrlichkeitskursus zu spendieren.

 

Ältere Kinder begreifen den Unterschied zwischen Dein und Mein später durchaus, erkennen ihn aber nur selten an, öffentlich meist nur aus Arschkriecherei Mama gegenüber oder aus Angst vor Vatis Schlägen. Einem in seiner Schlichtheit genialen Kinderhirn ist ohne weiteres begreiflich, dass man niemandem etwas wegnimmt, was dieser dringend braucht, aber wenn genug davon herumliegt und es offenbar keiner haben will? Hier setzt die schwere Aufgabe von Mama Recht und Papa Gesetz an, deren Job umso schwieriger wird, je mehr das Kind späterhin etwas dringend zu benötigen glaubt, das nun offenbar alle anderen schon haben oder bezahlen können. Das eigene Unvermögen des letzteren und der daraus resultierende Nichterwerb des meist noch durch entsprechende gewissenlose Werbemaßnamen in das unbescholtene und wehrlose junge Gemüt regelrecht gebrannte Statussymbol, schafft ein Gefühl des Ausgestoßenseins aus der Gesellschaft, eine Empfindung, der vor allem Kinder und Jugendliche völlig hilflos gegenüberstehen, zählt sie doch zu den größten Schmerzen, die eine junge menschliche Seele kennt. Für ihre Verhinderung ist demzufolge jedes Mittel recht.

Das alles erklärt natürlich noch nicht, warum eben diese Kinder später als gut situierte Erwachsene lange Finger machen, aber diesem Problem psycho- und logisch auf den Grund zu gehen, hätte etwa die gleiche Effektivität wie der oben erwähnte Ehrlichkeitskursus. Es käme nichts dabei heraus. Wenn die Philosophen sich wenigstens darauf einigen könnten, dass das Stehlen die Entnahme gewissen Eigentums ohne Zurücklassung eines Gegenwertes ist, so müssten sie feststellen, dass bei Befolgung aller christlichen Regeln die Grundlagen sämtlicher Wirtschaftssysteme seit der Antike zusammenbrechen würden, denn wie sollte ein so genannter Mehrwert denn entstehen ohne ein Übervorteilen des Handelspartners, was ja im Grunde alles andere als ein ehrliches Handeln darstellt.

 

Trotzdem besagt das Recht: STEHLEN IST SCHLECHT.

Und da das Recht schon immer die Meinung des Stärkeren war und die stärkste Kraft im Universum, gesellschaftlich wie physikalisch, die Masse ist, bestimmt die Masse das Gesetz. Kaiser, Könige und Diktatoren haben sich schon immer angemaßt, ihr eigenes Recht erstellen zu können, aber das klappte bestenfalls einige Jahrhunderte lang und die Zeiten sind schnelllebiger geworden.

 

Heute gilt nicht mehr: Der Staat bin ich, sondern: Ich darf mich nicht erwischen lassen.

 

Dieser Satz eint alle Diebe, gleich ob sie nun in einem hohen Staatsamt Millionen stehlen oder in einem Schlecker-Markt einen Kajalstift. Äußerst putzig, aber nicht weniger wichtig ist die Erkenntnis, dass aufgrund der großen Zahl der Anhänger dieses Hasardspiels Staatsanwälte, Büttel und Kaufhausdetektive immer nur den wenig repräsentativen Kreis der Pechvögel und Versager kennenlernen, was zum Teil den jämmerlichen Zustand von Aufklärungsquoten erklärt, wenn es um mehr als CD´s und Schokoriegel geht.

Die Profis in diesem Geschäft waren natürlich auch einmal Anfänger, aber sie bleiben zumeist keine oder sie schließen sich zu Netzwerken, so genannten Seilschaften zusammen, die auch einen Volltrottel eine Zeitlang mit durchschleifen können. Und da es so im Grunde auf die eine oder andere Weise jeder tut, bedeutet Profi sein nicht unbedingt, Millionen zu scheffeln, sondern schlicht und einfach, nicht erwischt zu werden. Das ist alles.

 

Kapitel 1

 

Die Regeln.

 

Um ein erfolgreicher Dieb zu werden, bedarf es der Beachtung einiger Grundsätze, welche im Nachfolgenden erläutert werden sollen. Der Einfachheit halber und auch aus Platzgründen können nur simple Formen der unentgeltlichen Bereicherung Berücksichtigung finden, kompliziertere Vorgänge wie Einbrüche, Raubüberfälle, Verkauf von Lebensversicherungen, die Gründung von Aktiengesellschaften, Insidergeschäfte oder Subventionsbetrug  sind lediglich eine Weiterentwicklung des Grundmusters und eventuell Interessierte können sich sicherlich ohne Schwierigkeiten die entsprechenden Anpassungen erarbeiten.

So wie eine gute Hure Psychologin und Schauspielerin in Perfektion sein muss, so muss auch der gute Dieb einige Fähigkeiten entwickeln, über die jedoch im Allgemeinen jeder normale Mensch verfügt. Aber die wichtigen Regeln zuerst.

 

1.1   Nie, wenn nötig, nur, wenn möglich.

 

Kein Profi arbeitet, wenn er muss, das schafft zuviel Druck. Man hat etwas vergessen und das Geld reicht nicht, die Börse ist zu Hause liegen geblieben und man scheut den Weg zurück, der Preis des gewünschten Artikels ist unerwartet gestiegen oder, oder, oder. In allen diesen Fällen heißt es: Finger weg!

Zeitdruck ist tödlich, das gilt für alle kreativen Tätigkeiten. Man wird hektisch und fällt auf, man übersieht etwas oder das Objekt der Begierde fällt beim einstecken polternd auf den Boden. In allen drei Fällen ist man, schlicht gesagt, geliefert oder zumindest gezwungen, umständlich stotternd die seltsamen Umstände zu erklären. Und zu allem Überfluss muss man auch noch bezahlen.

 

1.2 Keiner Zielgruppe angehören!

 

Natürlich ist man Mitglied einer Zielgruppe, jeder ist das, bis zum letzen Atemzug; man sehe sich nur die aufmerksame Werbung von privaten Pflegeheimen und Bestattern an, auch wenn sich diese Offerten mehr an die ob der Kosten entsetzten Hinterbliebenen wenden. Aber auch berufsmäßige Häscher und Greifer haben ihre Zielgruppen, denen sie all ihre Aufmerksamkeit schenken und sich, und sei es unabsichtlich, wie diese zu kleiden und zu benehmen, setzt einen Dieb automatisch verstärkter Beobachtung aus, sowie meistens auch der Tour ein vorzeitiges Ende.

Besagte Zielgruppen sind offensichtliche Alkoholiker, Asylbewerber, Rocker, Punks, auffallend stille Jugendliche (die sind sonst nie still), schusselige Rentner, u.ä. Verdächtige sind nachlässig gekleidet, ungepflegt, jugendlich, unsicher, mit einem Wort, auffällig. Das richtige Outfit, das richtige Benehmen am richtigen Ort ist wie eine Tarnkappe. Dazu später mehr im Kapitel Methoden.

 

1.3 Die innere Stimme.

 

Sie ist das wichtigste Instrument eines guten Diebes und absolut unentbehrlich für den Profi. Die innere Stimme, auch Instinkt oder Nase genannt, ist die Quintessenz sämtlicher Sinneseindrücke, die vom Hirn aufgenommen werden. Unser Unterbewusstsein registriert und speichert so gut wie alles, was uns umgibt, selbst wenn uns die entsprechenden Ereignisse nie bewusst werden. Je mehr wir lernen, sich auf unsere Nase zu verlassen, desto besser wird sie uns führen.

Sie sind skeptisch? Ein Beispiel wird unsere Ansicht verdeutlichen.

 

Gesetzt den Fall, Sie gehen spät in der Nacht durch die Straßen und folgen dabei einer Straßenbahnlinie. Sie erreichen eine Haltestelle, doch der Fahrplan ist unleserlich oder gänzlich verschwunden. Sie haben nun die Wahl zwischen einem halbstündigen Fußmarsch oder einer Wartezeit, die fünf Minuten, aber auch eine Stunde betragen kann. Was nun? In diesem Fall befragen Sie Ihre innere Stimme. Womöglich hat Ihr Unterbewusstsein bereits das ferne Quietschen einer Straßenbahn vernommen oder Sie haben vor Wochen beiläufig den Fahrplan der Linie gelesen oder jemand hat in Ihrer Nähe die Fahrzeiten erwähnt? Ein sicheres Gefühl ist es nie und besonders Anfangs sind Irrtümer eher die Regel. Aber für alle Ihre Instinkte gilt, dass Ihre persönliche Sicherheit immer absolute Priorität genießt und deshalb wird Sie ein unsicheres Gefühl in neunzig Prozent aller Fälle vor Unbill bewahren.

Vertrauen Sie ihm und lassen Sie die Finger von allem, wogegen sich Ihr Unterbewusstsein wehrt. Und wenn die Straßenbahn Sie doch plötzlich überholt, nun, vielleicht war Ihre innere Stimme der Meinung, dass Ihnen ein längerer Spaziergang wieder einmal mal gut täte?

 

Kapitel 2

 

Das Handwerkszeug

 

Wie eingangs bereits erwähnt, sind gewisse Eigenschaften vonnöten, um eine Erfolg versprechende Karriere als, nun sagen wir, drastischer Sparer zu beginnen.

Die moralische Seite sollte man vorher unbedingt mit sich selbst abmachen, Zweifel und Selbstkasteiungen überwunden haben oder zumindest beiseite schieben können. Eine schnelle Auffassungsgabe, flinke Reflexe und ein sehr gutes Beobachtungsvermögen sind den meisten Menschen, die ungewöhnliche Wege gehen, ohnehin zu eigen, sollten aber unbedingt überprüft, getestet und verbessert werden. Eine den aufgesuchten Orten angepasste Kleidung, verschiedene Behältnisse und andere Aufbewahrungsmöglichkeiten variieren stark und werden in späteren Kapiteln ausführlich behandelt. Selbstbeherrschung und eiserne Nerven kann man von keinem Beginner verlangen, diese Fähigkeiten entwickelt die Erfahrung, wozu auch jeder Misserfolg und jedes Durchstehen brenzliger Situationen zu zählen ist. Erste Erfolge und wachsende Routine werden schon bald die Methoden verbessern und noch sicherer machen, allerdings kommt besonders auf unserem Gebiet der Hochmut immer vor dem Fall, der hier ein recht harter sein kann.

Also sei es noch einmal erwähnt: Das beste Risiko ist ein vermiedenes Risiko und der sicherste Deal ist ein nicht stattgefundener.

 

Kapitel 3

 

Der Beginn.

 

Die Beachtung der drei Grundregeln macht natürlich noch keinen guten Dieb aus Ihnen, eventuelle Anfangserfolge sind in diesem Stadium meistens nur das Ergebnis bloßer Zufälle und/oder des Versagens des Sicherheitspersonals und machen Sie höchstens überheblich und übertrieben selbstsicher.

Überhaupt ist niemand in diesem und vielen ähnlichen Jobs jemals perfekt. Kreative Tätigkeiten, besonders jene der ungesetzlichen Art, unterliegen ständigen Veränderungen und sind somit auch einem fortlaufenden Lernprozess unterworfen, der so gut wie niemals endet. Sich dessen immer bewusst zu sein, ist unbedingte Voraussetzung für die immerwährende Befolgung des letzten und einzig wahren Gesetzes.

DU DARFST DICH NICHT ERWISCHEN LASSEN.

 

Wenden wir uns nun im Folgenden den verschiedenen Schauplätzen zu.

 

Kapitel 4

 

Die Schauplätze

 

Seinen Arbeitsplatz sollte man kennen. Unter Beachtung der spezifischen Erfordernisse des Gewerbes sind genaue Kenntnisse der Lokalitäten ein unumgängliches Muss der Vorbereitung, allerdings kann sich der Aufwand zur Erlangung der Ortskenntnis in Grenzen halten, da sich die meisten Örtlichkeiten mehr oder weniger ähnlich sind.

Besonderes Augenmerk ist auf die Übersichtlichkeit und das Einsehen sämtlicher Winkel zu legen, vor Spiegeln ist absolut zu warnen. Nicht nur, dass sie in vielen Fällen als Einwegspiegel ausgelegt sind und als solche Detektiven und Kameras als Versteck dienen, nein, in den meisten Fällen bedient sich das Verkaufspersonal schon routinemäßig des solcherart enorm vergrößerten Blickfeldes und stellt somit eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar.

Drehen Sie den Spieß einfach um und benutzen sie Spiegel in gleicher Art zum unauffälligen Beobachten, aber vorsichtig. (Siehe Kapitel Methoden!)

Eventuelle Fluchtwege auch außerhalb des Gebäudes zu kennen, kann sich im Ernstfall als nützlich erweisen, allerdings ist die Entdeckung für einen Profi ohnehin meist das Ende der Geschichte, wilde Treppabjagden und kreischende Verkäuferinnen gehören in die Amateurklasse. Das Personal wird mit Rücksicht auf die ruhige Verkaufsatmosphäre und die empfindlichen Nerven der auszunehmenden Kundschaft in unauffälligen Methoden der Ergreifung geschult und in Zeiten zunehmender Gewaltanwendung auch von Seiten Kleinstkrimineller und beständig sinkender Reallöhne ist kaum noch ein Angesellter bereit, für das Unternehmen Kopf und Krawatte zu riskieren. Für eventuelle Probleme dieser Art hält das Kapitel  „Der letzte Ausweg“ einige Vorschläge bereit.

 

4.1. Die Firma.

 

Fleißige Statistiker haben errechnet, dass deutschen Firmen jährlich dreistellige Millionensummen durch die langen Finger der eigenen Angestellten verloren gehen, nicht ersichtlich ist aus den Berechnungen, inwieweit dabei Unterschlagungen der verschiedensten Art eine Rolle spielen. Als sicher ist jedoch anzunehmen, dass auch hier wieder die kindliche Rechtfertigung - „Es ist ja immer noch genug da“ - , den entscheidenden Anstoß gibt.

Die Firmen verfügen zur Abwehr derartiger Schäden über eine Reihe von Kontrollmechanismen, so zum Beispiel Zugangskontrollen und - Beschränkungen sowie permanente Inventuren. Da die Mitarbeiter, eine gewisse Intelligenz vorausgesetzt, diese Kontrollen aber schnell durchschauen und zu umgehen wissen, setzen die meisten Chefs auf die gute alte Methode der Abschreckung und erklären, durchaus zu Recht, Diebstahl zum fristlosen Kündigungsgrund. Deshalb sollte man es sich sehr genau überlegen, in welchem Maße man diesbezüglich tätig werden will.

Ein Handicap ist zweifellos, dass man den Ort des Verbrechens praktisch nie ganz verlassen kann und somit bei Entdeckung der Schäden als Verdächtiger permanent zur Verfügung steht. Ein altes Sprichwort besagt, dass ein kluger Fuchs nie vor dem eigenen Bau stiehlt, aus nahe liegenden Gründen. Andererseits gibt es in jeder Firma, vor allem in jenen des verarbeitenden und des gastronomischen Gewerbes, genügend Artikel, deren Verbrauch niemand genau kontrollieren kann und bei genügender Bewegungsfreiheit, sicherer Kenntnis aller Abläufe und der Gewohnheiten der Mitarbeiter und Vorgesetzten, sowie der Befolgung einer anderen universellen Regel, lässt sich das Risiko durchaus minimieren.

 

Diese Regel lautet:

 

NIE SOVIEL WIE MÖGLICH; NUR SOVIEL WIE NÖTIG.

 

Und, Hand auf´s Herz, wer braucht schon auf Anhieb zwanzig Rollen Toilettenpapier?

 

Auf Gemeinplätze wie den sicheren Abtransport und das unbedingt zu vermeidende Horten der Beute (es gibt keine absolut sichere Stelle!) muss wohl aus logischen Gründen nicht näher eingegangen werden.

Kleiner Tourentip: Für jede von der Norm abweichende Handlungsweise, und sei sie auch noch so geringfügig, immer eine sehr glaubwürdige Erklärung vorbereiten!

 

4.2. Einzelhandel

 

Ein sehr weites Feld, auf dem die Phantasie und die Kreativität des Diebes voll in´s Kraut schießen können. Aus moralischen (Jawohl!) Gründen ist es nicht zu empfehlen, kleinen und mittleren Unternehmen, die womöglich noch gerade so an der Existenzgrenze hängen, eine Aufwartung zu machen, selbst wenn die Situation geradezu herausfordernd erscheint. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kennt der kleine Krauter jede Ecke und jeden Blickwinkel seines die eigene Existenz sichernden Ladens besser als Sie und auch jede Veränderung der Auslage dürfte seine Aufmerksamkeit erregen, zumal er die Regale in den allermeisten Fällen auch selbst gefüllt haben dürfte.

Taucht dann das entsprechende Produkt nicht in Ihrem Korb oder auf der Kassentheke auf, entsteht schnell ein akutes Erklärungsproblem, dessen zufrieden stellende Lösung zu allem Unglück meist auch noch durch erschwerte, weil winklige und leicht zu blockierende Fluchtwege unmöglich gemacht wird.

Nicht außer acht gelassen werden darf ebenfalls das negative Image einer Ware, die praktisch einem an der Vollstreckungsurkunde nagenden Einzelhändler aus den blutenden Zähnen gerissen wurde. An solcher Beute hat man wenig Freude.

 

Mit ganz anderem Enthusiasmus kann man sich dank der Robin-Hood-Ausrede, (Den Reichen nehmen, den Armen geben...) auf die vielfältigen Möglichkeiten der Großhandelsketten, Baumärkte und Warenhäuser stürzen. Diese sind meist teuer versichert, schlagen schon vorher berechnete Schäden auf die Preise auf, drücken dieselben bei ihren Lieferanten und zocken die Kunden sogar noch bei Sonderangeboten ab.

Allerdings sind die dortigen Sicherheitsmaßnamen auch eine ernstzunehmende Hürde, zumindest für den unerfahrenen oder  leichtsinnigen Beginner. (Dazu später mehr im Kapitel „Die Gegner“.)

 

4.2. Baumärkte

 

Ein hervorragendes Gebiet für den Beginner, ertragreich, mit breiter Angebotspalette und relativ sicher, obwohl die meisten Baumärkte heute mit allen gängigen Sicherheitsvorkehrungen aufwarten können.

Sehr viele haben zumindest einen Detektiv im Einsatz, Kameras überwachen wichtige Bereiche und eine Vielzahl von Waren (Bei weitem nicht alle, das ist nicht praktikabel) sind elektronisch gesichert. Der Beginner hat in diesen Häusern dennoch die konkurrenzlos günstige Gelegenheit, Erfahrungen zu sammeln und Fertigkeiten trainieren zu können und er bewegt sich bei all dem in relativer Sicherheit, einfach deshalb, weil diese riesigen Areale vom anwesenden, wie überall unterbesetzten und minimal vergüteten Mitarbeiterstab unmöglich mit der gebotenen Sorgfalt zu überwachen sind.

 

Hinzu kommt, dass auffälliges Verhalten hier eher die Regel darstellt, viele Kunden werden von der Menge der Angebote und der Vielzahl der zu beachtenden Spezifika bei der Auswahl des Gewünschten mehr verwirrt als zufrieden gestellt, was zögerliches Verhalten, unsicheres Um-sich-blicken und längere Aufenthalte in wechselnden Fachabteilungen für das Personal, das ohnehin zumeist mit Auffüllarbeiten und Zählungen beschäftigt ist, durchaus verständlich und nachvollziehbar macht.

Die besten Zugriffe gelingen erfahrungsgemäß am sehr frühen Morgen, wenn das Personal mit einer Vielzahl von Routinearbeiten beschäftigt ist und die Detektive noch nicht im Dienst sind oder es für sie aufgrund der noch geringen Kundendichte sehr schwer ist, sich unauffällig einem Verdächtigen zu nähern.

Viele Baumärkte öffnen bereits um acht Uhr und es herrscht die verbreitete, aber im Falle von Profis natürlich irrige Annahme, dass alle Abschöpfer asoziale Elemente seien, die morgens sehr lange schlafen.

Merke: Für einen guten, nötigen und relativ sicheren Zugriff lohnt es sich schon einmal, den Wecker etwas früher zu stellen.

Auch am Samstagmorgen, wenn sich die Eigenheimbesitzer mit Wochenendarbeit eindecken, bewegt sich der Beginner zwischen den nur schwer einsehbaren Riesenregalen und in der in der Regel mit sich selbst beschäftigten Menschenmenge recht sicher. Doch gerade sehr häufig in solchem Umfeld operierenden Eleven unterläuft leider immer wieder der alte Fehler, sich selbst und ihr Glück zu überschätzen und, volkstümlich ausgedrückt, mehr abzubeißen, als sie kauen können.

 

4.3. Märkte und Boutiquen

 

Zwei von der Art her völlig unterschiedliche, aber von der Begehungsweise erstaunlich gleichartige Betätigungsfelder, auf denen das Risiko zwar höher, aber im Falle der Modeboutiquen auch lohnender ist.

In beiden Fällen ist es völlig legitim und unauffällig, erst einmal in Ruhe abzuwägen, Ware in die Hand zu nehmen, zurückzulegen, den Verkäufer zu verwirren (Dazu später mehr im Kapitel „Methoden“) und andere Kunden als Deckung zu benutzen. Wegen der großen Nähe zwischen Kunde und Verkäufer und der daraus resultierenden Gefahr einer späteren Enttarnung durch Wiedererkennen ist der zeitlichen Abfolge der Besuche unbedingte Aufmerksamkeit zu widmen, auch sollte man auf eventuelle Tarnungsmaßnamen nicht verzichten. Für einzelne hochwertige Stücke lohnt sich der Aufwand immer, ideal sind diese Orte wenn man auf Reisen ist, allerdings stellen Juwelierläden, Uhrmacher und teure Designerboutiquen das absolute Nonplusultra unseres Handwerks dar und sollten, auch angesichts der hohen Preise und den daraus resultierenden drakonischen Strafmaßen doch den Könnern vorbehalten bleiben.

 

4.4. Tankstellen

 

Sie erlangen eine immer größere Bedeutung als Spätverkaufsstellen und haben in letzter Zeit ihr Warenangebot erfreulich erweitert, so dass auch sie in zunehmendem Maße als Zielobjekte in Frage kommen. Der überwiegende Teil dieser Etablissements ist allerdings videoüberwacht, demzufolge empfiehlt sich eine schnelle, verdeckte Arbeitsweise in der Gruppe oder während der Hauptgeschäftszeiten. Für Vollprofis gibt es lohnendere Ziele und für den Anfänger sind sie wegen kurzer Bedienzeiten, übersichtlichen Verkaufsräumen und recht aufmerksamen Personals, das manchmal aus den unmöglichsten Ecken auftauchen kann, etwas zu riskant.

 

4.5. Billigmärkte und Discounter

 

Sollen hier nur kurz gestreift werden, da ihnen aufgrund geringer Erträge allenfalls eine Bedeutung als ständiges Übungsfeld zukommt. Das Personal ist zwar mit allerlei auch abenteuerlichen Methoden vertraut, allerdings auch meist unterbesetzt und desinteressiert, da sich seine Loyalität dem Unternehmen gegenüber aufgrund schlechtester Bezahlung weitestgehend in Grenzen hält. Da jedoch ständiges und möglichst gefahrloses Training unbedingt vonnöten ist und Kleinvieh schließlich auch Mist macht, seien Aldi und Co bei dieser Gelegenheit auch als Testgebiet neuartiger Methoden und Techniken wärmstens empfohlen.

 

Kapitel 5

 

Die Methoden

 

Einige Grundverfahren können hier kurz erläutert werden, allerdings ist das Gebiet der verschiedenen Arten der bargeldlosen Bereicherung derartig umfassend und so vielschichtig wie die Persönlichkeiten, die sie ausüben, so dass gewiss noch viele Fragen offen bleiben müssen. Das beste Werkzeug zur Lösung eben jener Probleme ist und bleibt die eigene schöpferische Phantasie und der Mut des jeweiligen Anwenders, auch einmal unkonventionelle Wege zu gehen. (Für entsprechende, auch skurrile Hinweise und Meinungen sind die Verfasser immer dankbar.)

 

5.1. Sturmangriff

 

Wham, bam, thank you, Ma´m. Dieser lose Spruch ist nicht nur lästernde Beschreibung einer weithin verspotteten britischen Sexualpraktik, sondern auch eine recht Erfolg versprechende Art des schnellen Zugriffs, die allerdings nur für geringer ausgedehnte Räumlichkeiten geeignet ist.

Kurz umrissen sieht das so aus, dass ein eiliger Kunde den Laden stürmt, sich rasch (nicht rennend!) durch die Regale bewegt, blitzartig (bitte dennoch unauffällig) den Artikel seines Begehrens abgreift und auf dem schnellsten Weg das Geschäft verlässt.

Für Verkäufer und Kunden stellt sich das Ganze so dar, als ob ein in größter Eile befindlicher Mensch seinen gewünschten Artikel nicht gefunden hat und erbost seine Suche andernorts fortsetzt. Dieser Modus operandi ist in besonderem Maße, wenn nicht ausschließlich für Männer geeignet, deren Einkaufsverhalten für die meist weiblichen Verkaufskräfte ohnehin eine Art Urmenschverhalten darstellt, bei dem „Frau“ auf Überraschungen jeglicher Art gefasst ist.

 

Aufgrund der Schnelligkeit des Vorgehens ist eine genaue Ortskenntnis vonnöten und leider sind auch den technischen Abmessungen der Ware gewisse leicht verständliche Grenzen gesetzt. Ein wütender Gesichtsausdruck erleichtert selbst bei gewissen Verdachtsmomenten seitens des Personals das Entkommen ganz erheblich, einem offensichtlich stark missgelaunten Mann im Sturmschritt stellt sich schon aus reinem Instinkt niemand gern entgegen, mehr noch wird der normal veranlagte Mensch den Weg automatisch räumen und zum eigenen Schutz sogar den Blick abwenden.

Letztere Verhaltensweisen entspringen den tieferen Urschichten unseres Gehirns und die intime Kenntnis der tierischen Instinkte, die uns immer noch größtenteils leiten, ist elementarer Bestandteil der Techniken der „Hohen Schule“.

Ihre Beherrschung und Nutzung kennzeichnen den Meister.

 

Für Jugendliche ist diese Methode übrigens weniger empfehlenswert, da bei ihnen eiliges Verhalten einen Sonderzustand assoziiert und sie zweitens einer verdächtigen Zielgruppe angehören, der sich zudem noch das Personal überlegen fühlt. (Siehe Kapitel 1.2)

Ihr Problem kann eine andere Taktik lösen, die hier nur kurz anklingen soll, da sie erstens mittlerweile kreuzgefährlich, zweitens wenig gewinnbringend und zum dritten ( verzeihen Sie, liebe junge Freunde) nach Meinung der Verfasser doch mehr eine rüpelhafte Abzweigung auf dem Weg zur Meisterschaft der sanften Geldersparnis darstellt.

Aber nur zu.

 

5.2.  Die Rudeltaktik

 

Wie bereits erwähnt, wird sie fast ausschließlich von Jugend- und Kinderbanden angewandt und ist eine Zeitlang auch recht erfolgreich gewesen, zumindest für die durchweg erwachsenen Organisatoren dieser Art von Feldzügen. Die Masse der kleinen Diebe machte es dem Personal unmöglich, die sofort stattfindenden Zugriffe zu erkennen, geschweige denn, sie zu unterbinden und die hilflos hin und her hastenden Verkäuferinnen stellten kein ernsthaftes Hindernis dar. Die zuerst für recht harmlos gehaltenen Schäden nahmen allerdings in kürzester Zeit ein derartiges Ausmaß an, dass sich die Verantwortlichen zu drastischen Maßnahmen und zur entsprechenden Schulung der Mitarbeiter gezwungen sahen.

Heute werden beim Eintreffen johlender Kinderhorden einfach sämtliche Ausgänge versperrt und beim Verlassen der Läden Leibesvisitationen durchgeführt, wobei eventuell auftretende Verzögerungen im Verkaufsablauf von einer wohlwollenden Kundschaft durchaus mit Verständnis aufgenommen werden. Die inzwischen zu jungen Erwachsenen (Ihr seht, Jung´s und Mädels, die Diskriminierung endet niemals!) gewordenen Kinder konterten allerdings mit einer gescheiten Variation der alten Vorgehensweise, von der im Nachhinein noch zu berichten sein wird.

 

5.3. Das Trojanische Pferd

 

Da die alte Geschichte von der Verschleierung des Inhalts wohl in den informierten Kreisen jedermann bekannt sein dürfte und sie ihre Wirksamkeit über die Jahrtausende nicht verloren hat, können wir sie an dieser Stelle als besonders für den noch unsicheren Beginner geeignete Taktik wärmstens empfehlen.

Das abgelöste und an anderen Waren wieder befestigte Preisschild ist ein Klassiker, den in jüngster Zeit einige technische Neuerungen das Leben zunehmend erschweren, so sind Klebermischungen verbessert, aufgeklebte Schilder mehrfach geteilt oder kassengespeicherte Strichcodepreise verwendet worden, auch sind gewiefte Verkäuferinnen ungleich erfahrener in den verschiedenen Methoden, Verpackungen zu vertauschen, zumal die Öffnung derselben schon vom Hersteller immer mehr erschwert wird.

Abschweifend sei bemerkt, dass auch die Verfasser in zunehmendem Maße den Eindruck gewinnen, dass die verschiedenen Waren, die kaum noch vor dem Kauf in Ruhe besichtigt werden können sowie nach dem Erwerb meist nach recht geringer Beanspruchungsphase auf irreparable Weise ihren Dienst verweigern, mehr und mehr nur noch zum Kaufen und Verkaufen ersonnen werden und immer weniger im Dienste der Kunden stehen. Aber das nur nebenbei.

 

In noch recht vielen Etablissements der unteren Preisklassen hat das gute alte Klebeschild noch nicht ausgedient und eröffnet besonders finanzschwachen Kreisen aus der allein erziehenden oder arbeitssuchenden Bevölkerung so manche Summe freudenbringender anzuwenden. Diesen Beginnern ist auch im Falle einer eventuellen Entdeckung ihrer Manipulationen meist das zumindest stillschweigende Mitleid und Verständnis des Verkaufspersonals sicher, was vor allem von jungen Frauen durch entsprechende schauspielerische Leistungen unterstützt werden kann, zu denen ja gerade diese eine besondere Befähigung haben.

Der anfangs recht geringe Ertrag und die unanfechtbare Tatsache, dass ein geringer Eigenbeitrag geleistet werden muss, wird unseres Erachtens nach mehr als aufgewogen durch den unbestreitbaren Zugewinn nicht nur materieller Natur, sondern auch an so unschätzbaren Werten wie Erfahrung und Routine, sowie durch das stattfindende Training unverzichtbarer Fertigkeiten wie Umsicht, Geistesgegenwart und Schnelligkeit.

All das, verstärkt durch die zu verbuchenden Erfolgserlebnisse, versetzt den hoffnungsvollen Beginner schon bald in die Lage, sich ohne größeres Herzklopfen an vielversprechendere Projekte zu wagen; erwähnt seien in diesem Zusammenhang die schon im Kapitel 4.2 vorgestellten Baumärkte, in denen so großvolumige Dinge wie Badschränke, Werkzeugkisten und Toilettensitze angeboten werden, die im Bedarfsfall hervorragend als „Trojanisches Pferd“ dienen können.

Eventuelle Gewichtsveränderungen und die Tatsache, dass das Kassenpersonal diese Methode sehr gut kennt, sind natürlich zu berücksichtigen. Warum nicht auch einmal ein winziges Teil in einem sehr großen verstecken?

 

5.4. Die Scharfschützen

 

Dieser Vergleich mag etwas weit hergeholt erscheinen, dennoch hat er seine Berechtigung, wie Sie, geneigter Leser und Student, sogleich erkennen werden. Die Stärken des Scharfschützen bestehen in seiner Präzision und seiner Unsichtbarkeit, wobei letztere seine beste Waffe darstellt. Unauffälligkeit ist auch im hier beschriebenen Gewerbe eine Unabdingbarkeit des Erfolges und sie kommt nicht von ungefähr. Die Wahl der Kleidung, das Auftreten, sowie ein tiefes Verständnis für die Verhaltensweisen von Kunden und Verkaufspersonal bedingen in ihrer korrekten Berücksichtigung eine Art von Tarnung, wie sie auch militärische Einzelkämpfer bevorzugen. Die Blicke gleich welcher Personen NICHT auf sich zu ziehen, ist größtenteils eine Frage des eigenen Verhaltens und die Antwort auf die Frage: „Wie wirke ich auf andere?

 

Der Durchschnittskunde verhält sich aus seiner Sicht normal, d.h. er beobachtet eben NICHT andere Personen, sondern schaut höchstens suchend nach bestimmter Ware oder Hinweisschildern, in seltenen Fällen auch nach dem Personal. Er geht nur selten LANGSAM SUCHEND durch ALLE Regalreihen, er steht kaum für längere Zeit scheinbar absichtslos irgendwo herum, er versteckt sich NICHT hinter Säulen oder Raumteilern und er hält sich auch nicht sehr lange in einem Verkaufsbereich auf, ohne nicht zumindest eine oder mehrere Waren einer genaueren Prüfung zu unterziehen.

Warenhausdetektive und Verkaufspersonal sind durch ihre Erfahrung hervorragend geschult, von der Norm abweichendes Verhalten zu erkennen und erst dann starten sie eine tiefer gehende Beobachtung. Erst gar nicht in dieses Raster zu geraten und ein Objekt näherer Betrachtungen zu werden, ist das oberste Prinzip derjenigen, die mit dieser Methode durchaus schon hinter sehr speziellen und hochpreisigen Waren her sind.

 

Grundsätzlich sollte man mit dem festen inneren Vorsatz, ein ganz normaler Kunde zu sein, in das Geschäft gehen, die Gelegenheiten checken, die Atmosphäre schnuppern

(an dieser Stelle sei auf die „innere Stimme“ verwiesen) und erst aus absoluter Sicherheit heraus blitzschnell und präzise zuzuschlagen.

Das Verhalten und die eigene Körpersprache vor UND NACH erfolgtem Zugriff sind von eminenter Bedeutung für das Gelingen desselben. Bis auf die entscheidenden drei Sekunden ist man NICHTS ANDERES als ein völlig harmloser, vielleicht etwas unentschlossener, sogar dämlicher (sehr gut) Kunde, aber auf gar keinen Fall ein potentielles Beobachtungsziel. Bestimmte Verhaltensklischees sollten genauestens beobachtet und nachgeahmt werden, natürlich mit genau auf die eigene Persönlichkeit spezifizierten Variationen, versteht sich. Unbedingt zu vermeiden ist das Über-die-Regale-schauen, überhaupt ist das ständige, meist unbewusste (Vorsicht) Umherschauen, womöglich noch mit der Ware in der Hand, eines der sichersten Zeichen für den Detektiv.

Personen, die viele Male scheinbar unentschlossen, aber eindeutig zu schnell durch in ihrer Art völlig verschiedene Verkaufsbereiche streifen, Personen, die sich hinhocken oder tief hinunterbeugen, die weite, der Witterung unangepasste Kleidung oder voluminöse Taschen tragen, Personen mit Händen in den Jackentaschen, betont zu Boden schauende, mit Riesenbündeln die Umkleidekabinen aufsuchende Kunden sind immer verdächtig und werden möglicherweise direkt oder mit Hilfe ferngesteuerter Videotechnik genauer unter die Lupe genommen.

Bieten Sie den Kameras ein Schauspiel, verwirklichen Sie Ihre Träume von einer Hollywoodkarriere, werden Sie für die wachsamen Augen ein völlig anderer, aber bleiben sie wachsam. Beobachten Sie nur aus den Augenwinkeln, das Gesichtsfeld des Menschen ist weitaus größer als den meisten bewusst ist, nutzen Sie diesen Vorteil. Sehen sie zur Uhr und gleichzeitig um sich, verstecken Sie sich hinter einer dicken Dame und versuchen Sie, die nächsten Gedanken, Schritte, Handlungen der Menschen rings um Sie herum vorauszuahnen. Vermeiden Sie es, zur Unterbringung der Ware Taschen oder Beutel zu benutzen, was nicht heißt, dass Sie keine tragen dürfen, im Gegenteil. Nur sollten sie offensichtlich leer sein, eventuell trägt das zur Verwirrung misstrauischer Leute bei. Als Transportmittel sollte nach Möglichkeit immer der eigene Körper dienen, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme bestimmter Veränderungen an der Ausstattung der Kleidung mit zum Teil verborgenen Taschen, aufgetrennten Futtern, inneren Hängeschlaufen u.ä.

Sicher wird es auch dem ungeübten Laien möglich sein, diese praktischen Modevarianten zu entwerfen und herzustellen, sie sollten jedoch in jedem Falle ausgiebig, auch unter Extrembedingungen, an ungestörter Stelle sorgfältig getestet werden. Zum Schluss bedenken Sie bitte, dass auch die Befolgung aller dieser Maßnamen und das sicherste Gefühl sie nicht immer schützen kann. Geradezu unglaubliche Zufälle der skurrilsten Art gibt es immer wieder, deshalb sollten Sie Ihre Aktivitäten auf einen möglichst kurzen Zeitraum beschränken. Ein Scharfschütze hat meist nach stundenlangem Lauern weniger als drei Sekunden, um sein Projektil ins Ziel zu bringen und auch Ihnen gestehen wir im Interesse Ihrer eigenen Sicherheit nur eine ähnlich geringe Zeitspanne zu.

Den Detektiv kostet ein Irrtum nur eine Entschuldigung, den Scharfschützen eventuell das Leben. Sie würden nur einer Geldstrafe entgegensehen, aber um wie viel schwerer wiegt der Verlust des Selbstvertrauens? Natürlich sind Fehlschläge unvermeidbar und eine wertvolle Erfahrung auf dem Weg zur Meisterschaft, aber sie auf ein Minimum zu beschränken sollte unser aller Bestreben sein.

 

5.5. Haltet den Dieb!

 

Dieses Kapitel beinhaltet mitnichten trotz seines irreführenden Titels, eventuelle Verhaltensmaßregeln für den schlimmsten aller Fälle, vielmehr beschreiben wir hierin eine Taktik, die seit frühesten Menschheitstagen ihre Wirksamkeit bewiesen und bis heute nicht verfehlt hat. Schon auf der Märkten der Antike schrieen an misstrauischen Blicken und verschlossenen Läden schon fast gescheiterte Langfinger lauthals Zeter und Mordio und wiesen hektisch in die falsche Richtung, in welche dann spornstreichs sämtliche Häscher zu eilen pflegten, inzwischen der sekundenschnell wieder zu Ruhe und Frieden gelangte frühe Kollege sich ungestört bedienen und von dannen machen konnte.

Heutzutage rennen Polizei und Personal nur noch sehr kurze Strecken, so sie es denn überhaupt tun und also wurde die Methode etwas abgewandelt, aber nichtsdestoweniger zählt sie zu den wirksamsten überhaupt, wenngleich sie um ein weniges aufwendiger geworden ist. Sie erinnern sich, was in früheren Kapiteln zum Thema Zielgruppen und Banden gesagt wurde?

Vergegenwärtigen sie sich doch bitte folgende Situation:

 

Ein unauffälliger Familienmensch im Trenchcoat (oder Wintermantel, Sommerkutte, Staubmantel usw.) betritt eine teure Parfümerie, ein Schuhgeschäft oder eine Modeboutique. Er zieht einen Zettel heraus, auf dem eine bestimmte (natürlich derzeit nicht erhältliche) Marke verzeichnet ist und wendet sich (ohne das Personal zu belästigen!) den gesuchten Regalen zu. Der Blick der Verkäuferin folgt ihm kurz, wird aber sofort abgelenkt und gefesselt von zwei zerfledderten Punks, die soeben seltsam ruhig den Laden betreten haben. Im den Köpfen aller Angesellter gehen sämtliche Alarmglocken los, denn alles was diese Typen am Leibe tragen ist nicht halb so viel wert wie der billigste Artikel im Geschäft.

Offenbar wollen sie nur glotzen, stänkern, schnüffeln und, wenn möglich, etwas klauen. Eine Verkäuferin postiert sich unauffällig an der Tür, die andere lässt keinen Blick von dem Pärchen, das betont vorsichtig und anständig durch die Regalgänge schleicht, immer darauf bedacht, nicht sofort angesprochen zu werden. Für diesen Fall haben sie die übliche „nur mal Umschauen“ -Antwort bereit, machen aber keinerlei Anstalten, das Feld schnell wieder räumen zu wollen.

Den unauffälligen Herrn (oder die Dame) beachtet niemand mehr sonderlich und erst, nachdem die Punks das Geschäft verlassen haben, übrigens ohne ein einziges Mal die Hände aus den Taschen zu nehmen, fallen einige gravierende Lücken im Sortiment ins Auge. Der unauffällige Kunde ist noch vor den Punks entschwunden und selbst eine Videoaufzeichnung würde eine zuverlässige Beschreibung seiner Person nicht ermöglichen, was an seiner etwas geduckten Haltung und dem breitrandigen Hut liegen mag.

Ende der Geschichte. Das Ganze ist ein klassisches Beispiel für die alte Blücher-Taktik: Getrennt marschieren, vereint schlagen. Der Ertrag dieser Methode ist bei konsequenter Anwendung sehr zufrieden stellend, wenn auch, des spektakulären Effekts wegen, den Intervallen der Praktizierung zeitliche und örtliche Grenzen gesetzt sind.

Eine Faustregel ist schwer aufzustellen, aber da diese sehr erfolgreiche, fast schon Performance zu nennende Art des Abgreifens vorzugsweise in lohnenden Objekten angewandt werden sollte, die weniger von der allgemeinen Personalfluktuation des Einzelhandels betroffen sind, ist eine Wiederholung, vor allem mit gleichem Personal, in bereits heimgesuchten Etablissements noch nach Jahren wenig anzuraten.

Spektakuläre Fälle dieser Art haben durchaus schon in Bijouterien und bei Juwelieren, beispielsweise an der Coté Azúr, wochenlang Schlagzeilen gemacht und den Akteuren stattliche Erträge beschert. Insofern sind sie eigentlich bereits ein Bestandteil unseres nächsten Kapitels, wenngleich die Verfasser der Ansicht sind, dass grundsätzlich JEDE beschriebene Weise der reibungslosen und eleganten Abwicklung einer solchen Art der Besitzumverteilung einen durchaus erwähnenswerten künstlerischen Aspekt besitzt.

 

5.6. Die Zauberkünstler

 

„Es ist alles nur Zauberei und Zauberei gibt es nicht. Ich bin nur ein Illusionist, ein Magier. Wenn auch wohl ein guter“.

 

Dies soll Harry Houdini, der Größte aller Zauberkünstler, der nebenbei auch noch ein genialer Entfesselungskünstler war, einmal gesagt haben. Wenn auch viele seiner Tricks, im Gegensatz zu denen seines mindestens ebenso berühmten heutigen Kollegen David Copperfield, niemals enträtselt wurden, so haben doch diese beiden und so gut wie alle Künstler dieser Zunft eines mit dem zweitältesten Gewerbe der Welt gemein.

Sie lassen Dinge verschwinden.

Taschenspielertricks gelten als die Hohe Schule der Zauberei, laufen sie doch fast immer unter genauester Aufsicht des Publikums ab, während sich der Künstler, im Gegensatz zu den üblichen Illusionen, nur in sehr geringem Maße auf technische Hilfsmittel verlassen kann. Mit den in diesem Aufsatz beschriebenen Tätigkeiten verhält es sich ganz ähnlich, allerdings riskieren ihre Anwender nicht nur das Ausbleiben des Beifalls, sondern in den meisten Fällen durchaus das Klicken von Handschellen.

Auf Grund ihrer hohen künstlerischen Leistung ist die Gilde der Taschenspieler die moralisch am wenigsten verurteilte Gruppe der Diebe, viele Artisten treten ausschließlich mit Tricks dieser Art auf und in einigen Gegenden Italiens und der Levante soll es noch unbekannte Meister dieser Kunst geben, die selbst von Vertretern des Gesetzes mit Respekt behandelt werden.

Dem reinen Taschendiebstahl wollen wir uns nicht widmen, die Gründe dafür werden im Schlusskapitel dargelegt, uns soll vielmehr das zugrunde liegende Muster und der allgemeine Ablauf der Vorstellung eines Meisterdiebes zu Lehrzwecken beschäftigen.

Die alten Tricks sind immer noch die besten, behauptet eine Künstlerweisheit und wenn wir einen Zauberkünstler auf der Bühne genau beobachten, können wir schon vom bloßen Augenschein auf die wichtigsten Taktiken schließen.

Zum einen ist da das ständige Verschleiern der eigentlichen Handlung durch eine Vielzahl scheinbar gewichtiger, aber nur zum Zwecke der Ablenkung gestarteter Bewegungen zu bemerken, zum anderen fallen die gekonnten Körperdrehungen, durch welche die sensiblen Aktionen ständig auf der vom Publikum abgewanden Seite, also quasi unsichtbar, ablaufen, auf.

In der Praxis bedeutet das, dass es durchaus möglich, ja Erfolg versprechend ist, das Publikum, sprich Detektive, Verkäuferinnen und Kunden, in das Szenario mit einzubeziehen, um desto sicherer den Zugriff abzuschließen. Natürlich ist es nicht angebracht eine regelrechte Show zu zelebrieren, das wäre im Gegenteil zuviel des Guten, aber vergegenwärtigen wir uns doch einmal folgende Szene:

 

Ein netter junger Mann betritt mit den Händen in den Taschen seiner modisch-weiten Hose ein Dessousgeschäft, um mit Hilfe und unter heimlichem Beifall sämtlicher anwesender Verkäuferinnen zahlreiche Garnituren unter dem Aspekt des Überraschungserwerbs für seine Angebetete zu begutachten.

Die völlige Unkenntnis des Kunden betreffs spezieller Größenverhältnisse, Bezeichnungen und Verschlusstechniken löst eine gewisse Heiterkeit und eine besondere Stimmung der Leichtigkeit aus, in deren Umfeld man es nicht weiter übel nimmt, wenn der Aussucher ein heilloses Durcheinander in und an sämtlichen Vitrinen, Regalen und Präsentationsständern anrichtet. Ehe man es sich versieht, sind einige Verkäuferinnen heftig kichernd mit Aufräumarbeiten beschäftigt, die Kassiererinnen haben noch andere Kunden zu bedienen und der junge Mann verlässt schließlich, weil er die genaue Größe seiner Freundin nun doch unter Zuhilfenahme des heimischen Wäscheschrankes feststellen will, recht plötzlich das Geschäft und einige Garnituren mit ihm. Das immer noch vorherrschende Kleinchaos wird mit Sicherheit verhindern, dass die Differenz vor der nächsten Großinventur entdeckt wird und bei einer geschickten Wahl des Zeitpunktes kann es sich dabei durchaus um einen Zeitraum von mehreren Wochen handeln, was die Erinnerung an das Ereignis und seinen Verursacher trüben und den Kreis der Verdächtigen erheblich erweitern dürfte.

Oder nehmen wir folgende Situation:

 

Am Brillenständer eines Optikers (der in vielen Fällen drehbar ist, was die Verwirrung noch steigert, gemeint ist natürlich der Brillenständer, nicht der Optiker) steht die ebenso hübsch-offenherzige wie aber auch unentschlossene Kundin und probiert Sonnenbrillen der höheren Preisklasse auf, von denen sie offensichtlich keine zufrieden zu stellen vermag. Natürlich ist innerhalb von Sekunden ein Angestellter des Geschäftes zur Stelle, wird helfend und beratend tätig, öffnet und bringt weitere Schubladen mit Brillen, hält Spiegel und blättert Kataloge auf. Die unentschlossene, im Idealfall junge und hübsche Dame hält zeitweise Spiegel, Handtäschchen und mehrere Brillen gleichzeitig in den Händen, entscheidet sich schließlich auch für ein Modell, stellt jedoch beim anhören des exorbitanten Preises eine gewisse Unpässlichkeit ihrer Geldbörse fest, welche sie sofort zu beheben gedenkt, spätestens aber am folgenden Tag.

Im Zeitalter der Creditcard ist diese Ausrede ein wenig heikel geworden, aber mit einiger Phantasie und einem schuldbewussten Augenaufschlag ist die Situation durchaus zu meistern. Eine Reservierung des erwählten Modells hilft in diesem Falle bestimmt auch weiter. Unser letztes Beispiel ist bedeutend kürzer:

Ein junger Student betritt das Haus des Wissens in engen Jeans und Schlabbershirt mit einer Liste in den Händen und steuert zielsicher auf die wachsamste aller Buchhändlerinnen zu. Mit ihrer Hilfe trägt er in den folgenden zwanzig Minuten eine recht gewichtige Auswahl teurer Fachbücher zusammen, die er anschließend umständlich und völlig blind für seine Umgebung, auf bestimmte Inhalte überprüft. Nicht ganz zufrieden oder besser, noch nicht gewillt, den heutigen Tag mit Bücherschleppen zu vergeuden, trägt er sie nach oder noch während seiner Tests an ihre Plätze in den Regalen zurück, wobei er immer nur einen kleinen Stapel mit sich führt und nie länger als wenige Sekunden außer Sicht ist. Er hat den Buchladen mit nichts als der Liste in den Händen betreten und er verlässt ihn auch so und kann noch oft unbehelligt wiederkehren. Nun, verehrter Leser, haben Sie die Schwachpunkte erkannt?

 

Richtig, die Ablenkungen waren es. Das Dessousdurcheinander und die großen Taschen des Mannes, die vielen Brillen, die offene Handtasche und der weite Ausschnitt der Kundin, der betont riesige Bücherstapel und ein Student mit nichts am Leib als einem lockeren, aber blickdichten Sweatshirt und Hose.

Die genauen Abläufe sind leicht zu erahnen, aber nur der wahre Meister sollte sie anwenden und ist in der Lage, sie erfolgreich zum Abschluss zu bringen. Er bewegt sich dabei unter einem perfekten, wenn auch recht dünnen Mantel der Sicherheit, gewebt aus der selbst für das Sicherheitspersonal offensichtlichen Unmöglichkeit verbotener Handlungen, ja selbst der bloße Verdacht einer solchen kommt gar nicht erst auf, angesichts der scheinbar völligen Kontrolliertheit der Akteure und ihres absolut harmlosen Verhaltens.

Entsprechende Kleidung, eine filmreife Darstellungskunst und perfekt beherrschte Fingerarbeit, die sekundenschnell den Vorgang zum Abschluss bringt, sind die Garanten des Erfolges. Wichtig ist, dass die Vorstellung bis zum Verlassen des Einsatzortes und gegebenenfalls noch darüber hinaus reibungslos und stimmig weiterlaufen muss, selbst wenn der Zugriff aus verschiedenen Gründen abgebrochen werden sollte. Das verlangt mitunter ein nicht unerhebliches Improvisationstalent und in brenzligen Situationen eine ohne entsprechende Erfahrung übermenschliche Selbstbeherrschung.

Experten dieser Art ist es durchaus möglich, über Jahre hinweg einen nicht unerheblichen Teil ihres Bedarfs an Gebrauchsgütern auf diese Art und Weise zu decken, wenn sie gewisse Grenzen nicht überschreiten, nicht skrupellos handeln und nicht überheblich werden.

Solche Fehler treten leider in der Königsklasse mit wachsenden Erfolgen gehäuft auf, besonders die durch nichts als schnöde Bereicherungssucht motivierten Massenabgriffe ziehen aufgrund größerer Schadenssummen Ermittlungen und Observationen nach sich, die von ebenfalls als Experten einzustufenden Polizisten geführt werden und in der Regel über die abgesetzte Ware und unsichere Zwischenhändler zum Erfolg, d.h. zur Verhaftung führen.

Eine Verquickung der reinen Kunst mit gröberen Methoden der Bereicherung, seien es Einbruch, Raub oder schleimiger Betrug, ist grundsätzlich abzulehnen und so gut wie alle Aktivitäten, die in dieser Richtung stattfinden, sind sie gewissermaßen gesetzmäßig dem Untergang geweiht.

 

Kapitel 6

 

Kamera und Co (Die Technik)

 

Die Überschrift dieses Kapitels hätte auch lauten können: Keine Angst.

Besonders Frauen, anderen technischen Laien und Beginnern jagen Hinweisschilder auf Kameraüberwachung, Magnetstreifen und die unübersehbaren Scanner im Eingangsbereich immer einen gewaltigen Schrecken ein, dabei liegt der eigentliche Zweck derartiger Anlagen zum einen nur in der Abschreckung eben des letzteren Personenkreises, zum anderen in der Beruhigung der Versicherungsgesellschaften. Die Verfasser hatten mehrfach Gelegenheit, die Unwirksamkeit und Störanfälligkeit dieser Geräte zu testen und oft fiel es dabei schwer, die Contenance zu bewahren.

 

6.1. Magnetstreifen